Der Klimawandel in Bayern. Aktuelle Klimatrends und Zukunftssimulationen im Hinblick auf die Landwirtschaft

Lauritz Lederer, Prof. Dr. Perdita Pohle

Abstract


Es wird wärmer. Auch in Bayern ist der Klimawandel mess- und nachweisbar. Besonders die Landwirtschaft
ist von den Wechselwirkungen zwischen Atmosphäre, Boden und Vegetation abhängig und reagiert deshalb
besonders sensibel und vulnerabel auf Klimaveränderungen. Der vorliegende Beitrag analysiert und
interpretiert zukünftige Entwicklungen des Klimas in Bayern, wobei die Erkenntnisse hauptsächlich auf der
Auswertung aktueller regionaler Klimasimulationen basieren. Die Klimamodelldaten belegen, dass auch
die Intensität weiterer Klimaänderungen in Bayern szenarienabhängig ist. Im pessimistischsten Szenario
RCP-8.5 könnte die Temperatur zum Ende des Jahrhunderts 4 bis 5°C höher sein als im Vergleichszeitraum
1971–2000. Bereits im optimistischeren RCP-4.5 muss mit einer deutlichen Zunahme der Temperaturen
sowie mit einem Anstieg der jährlichen Hitzetage um mehr als 10 Tage im Vergleich zu den Jahren
1971–2000 gerechnet werden. In Kombination mit Veränderungen der saisonalen Niederschläge wird auch
die Gefahr vor Trockenstresssituationen steigen. Diese könnten in Zukunft nicht nur häufiger auftreten,
sondern auch länger anhalten. Die daraus resultierenden Auswirkungen für die bayerische Landwirtschaft
unterliegen gleichermaßen dieser Szenarienabhängigkeit und zeigen sich hinsichtlich ihrer Ausprägung
in vielen Aspekten ambivalent. Einigen positiven und ertragssteigernden Faktoren, wie z.B. einer Verlängerung
der Vegetationsperiode, steht eine Reihe negativer Aspekte gegenüber. Hierzu zählen drohende
Ernteverluste und Ertragsschwankungen, die durch Schädlinge und Krankheiten, Hitze- und Strahlungsschäden
sowie durch verminderte Bodenfruchtbarkeit entstehen können.

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© 2012 Fränkische Geographische Gesellschaft
Mitteilungen der Fränkischen Geographischen Gesellschaft (ISSN 0071-8173)
Unterstützt vom Institut für Geographie, Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)