Veränderungen der landwirtschaftlichen Nutzung in Bayern seit 1999 – Spielt der Klimawandel eine Rolle?

Dr. Julia Kieslinger, Maximilian Brönner, Carina Austermühl, Prof. Dr. Perdita Pohle

Abstract


Vor dem Hintergrund des Klimawandels als potenzieller Einflussfaktor diskutiert der vorliegende Artikel
Veränderungen in der landwirtschaftlichen Nutzung in Bayern seit 1999. Mit Hilfe einer raum-zeitlichen
Sekundärdatenanalyse wird ein Überblick über Flächenentwicklungen und Erntedynamiken gegeben. Neben
der Abnahme der landwirtschaftlichen Nutzfläche insgesamt, wurde bei den Dauergrünlandflächen
ein bayernweiter Rückgang und bei den Ackerflächen eine Abnahme in den nördlichen/östlichen sowie
eine Zunahme in den südlichen/westlichen Landkreisen deutlich. Eine Flächenzunahme ist bei Weizen,
Silomais und Körnermais zu verbuchen. Die Ernteerträge lagen im Jahr 2019 bei allen Kulturpflanzen,
abgesehen von Kartoffeln und Silomais, höher als im Jahr 1999. Ertragseinbußen wurden besonders in
den Jahren 2003, 2013, 2015 und 2018 deutlich, die von Niederschlagsmangel, Trockenheit, überdurchschnittlich
hohen Temperaturen und vielen Hitzetagen in den Sommermonaten geprägt waren. Ein Zusammenhang
zwischen dem Klimawandel und der landwirtschaftlichen Nutzung in Bayern ergibt sich vor
allem indirekt über klimapolitische Maßnahmen (Erneuerbare-Energien-Gesetz) und deren Folgen in den
Flächenentwicklungen (Zunahme Maisanbau). Außerdem korrelieren die Ertragseinbrüche im Ackerbau
mit den in den vergangenen zehn Jahren gehäuft aufgetretenen Witterungsextremen. In der landwirtschaftlichen
Produktion werden Anpassungsmaßnahmen im Umgang mit Klimafolgen und Extremwetterereignissen
zunehmend wichtiger.

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© 2012 Fränkische Geographische Gesellschaft
Mitteilungen der Fränkischen Geographischen Gesellschaft (ISSN 0071-8173)
Unterstützt vom Institut für Geographie, Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)