BayTreeNet. Sprechende Bäume als Schnittstelle von Klimadynamik, Dendroökologie und Bildung für nachhaltige Entwicklung in Bayern

Prof. Dr. Achim Bräuning, Annette Debel, Dr. Emily Collier, Dr. Steffen Höhnle, Prof. Dr. Thomas Mölg, Prof. Dr. Jan-Christoph Schubert, Bernhard Thieroff, Sibille Wehrmann

Abstract


Der Klimawandel wirkt sich bereits heute auf die Ökosysteme in Bayern aus. Meist werden in der Klimafolgenforschung
jedoch die Auswirkungen von Klimavariablen wie Temperatur und Niederschlag, nicht jedoch
die Veränderungen der Zirkulationsverhältnisse berücksichtigt, die sich in Änderungen von Frequenz und
Intensität sogenannter Großwetterlagen (GWL) ausprägen. Die topgraphischen Verhältnisse üben dabei
eine stark modifizierende Rolle auf deren Auswirkungen auf die Ökosysteme aus, beispielsweise durch das
regional unterschiedliche Auftreten von Stau- und Regenschattenlagen bei unterschiedlichen Windrichtungen.
Solche Zusammenhänge sind noch nicht ausreichend erforscht und werden auch von der Öffentlichkeit
noch wenig wahrgenommen. Das interdisziplinäre Verbundprojekt BayTreeNet untersucht an einem Netzwerk
von Wald-Untersuchungsstandorten über Bayern hinweg die Auswirkung unterschiedlicher GWL auf
Waldökosysteme. Durch hoch aufgelöste Klimamodellierung werden Vorkommen und Häufigkeit von GWL
in Vergangenheit und Zukunft modelliert sowie die Auswirkungen auf Baumwachstum und ökologisches
Verhalten wichtiger Waldbaumarten mit verschiedenen dendroökologischen Ansätzen analysiert. Das Verständnis
der Auswirkungen des Klimas auf Wälder von Schüler*innen wird mithilfe von „talking trees“, also
mit dem Internet verbundenen Bäumen gefördert, deren physiologische Reaktionen von den Schüler*innen
in einfache Sprachbotschaften übersetzt und gepostet werden. Dieser Lernprozess wird forschend begleitet
und mündet in der Entwicklung eines Unterrichtsmoduls zu den Auswirkungen des Klimawandels.

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© 2012 Fränkische Geographische Gesellschaft
Mitteilungen der Fränkischen Geographischen Gesellschaft (ISSN 0071-8173)
Unterstützt vom Institut für Geographie, Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)