Alles nur Wutbürger / Nimbies? Eine Analyse der jüngsten Konflikte zur Neuplanung von Stromtrassen in Bayern

Thomas Schmitt, Jörn Hamacher, Anna Pflaum, Rena Tilsner, Matthias Wolf

Abstract


Während über die ‚Energiewende‘ in Deutschland prinzipiell ein weitgehender Konsens zwischen relevanten gesellschaftlichen Gruppen gewahrt wird, brachen über die konkrete Ausgestaltung der Transformation der Energieversorgung zahlreiche Konflikte aus. Anfang 2014 entzündeten sich die Auseinandersetzungen um den Bau der sogenannten Süd-Ost-Passage, einer Hochspannungsgleichstrom-Übertragungsleitung, welche von Sachsen-Anhalt bis in die Region Augsburg verlaufen sollte. Insbesondere entlang des geplanten Trassenabschnitts in Franken entwickelten sich heftige Proteste. Der vorliegende Beitrag analysiert diese Auseinandersetzungen um die 2014 geplante Süd-Ost-Passage in Bayern. Er identifiziert die relevanten Akteursgruppen auf unterschiedlichen skalaren Ebenen und klassifiziert die zahlreichen, heterogenen Argumentationen, welche für und wider die Trasse angeführt werden. Im Kern setzt sich der Beitrag damit auseinander, inwiefern zwei mediale bzw. wissenschaftliche Deutungsangebote zur Erklärung von lokalen und regionalen Konflikten um Infrastrukturvorhaben, nämlich das Nimby-Konzept und das Wutbürger-Konzept, zur Erklärung  entsprechender Konflikte herangezogen oder umgekehrt zurückgewiesen werden müssen. Dazu wird in der  konzeptionellen Hinführung des Beitrags der Stand der  wissenschaftlichen Diskussion zu diesen Konzepten dargelegt.

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© 2012 Fränkische Geographische Gesellschaft
Mitteilungen der Fränkischen Geographischen Gesellschaft (ISSN 0071-8173)
Unterstützt vom Institut für Geographie, Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)