Waldschutz durch Zahlungen für Ökosystemleistungen? Eindrücke aus dem ecuadorianischen Amazonas

Andrés Gerique Zipfel

Abstract


Die Honorierung von Ökosystemleistungen (Payments for Ecosystem Services PES) ist ein vielversprechendes aber auch oft kritisiertes Instrument im Kampf gegen die Zerstörung der tropischen Wälder und den Klimawandel. In Ecuador, eines der biodiversitätsreichsten Länder der Welt, wird seit 2008 Socio Bosque (SB) angewendet. Es handelt sich um ein PES-Programm für den Schutz der Wälder, in dem die individuellen und kommunalen Waldeigentümer freiwillig teilnehmen können. Diese Arbeit untersucht anhand qualitativer Interviews in den Amazonas-Provinzen von Zamora-Chinchipe und Pastaza die Motivation und die Zufriedenheit der Teilnehmer mit diesem Programm. Die Ergebnisse zeigen, dass SB ein hochgeschätztes Programm ist und dass es zum Schutz der Wälder beiträgt, zumindest in Gebieten, in denen andere gewinnbringende Aktivitäten kaum möglich sind. Darüber hinaus scheint SB eine wichtige Unterstützung gegen Armut zu sein und verstärkt die Institutionen der indigenen Völker. Gleichzeitig erhöht SB die Abhängigkeit der kleinen, isolierten indigenen Gemeinden von ihren Vertretern und der Arbeit der NGOs. Die Kriterien, mit denen das Umweltministerium die Anträge genehmigt, müssten in Anbetracht der mangelnden finanziellen Mittel überarbeitet werden. Eine Novellierung des Programms sollte mit der Einwirkung der Waldbesitzer durchgeführt werden.

Volltext:

PDF




© 2012 Fränkische Geographische Gesellschaft
Mitteilungen der Fränkischen Geographischen Gesellschaft (ISSN 0071-8173)
Unterstützt vom Institut für Geographie, Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)