„Kunst und Kultur im Nazibau“. Das Kulturzentrum Z-Bau zwischen Gegenwartskultur und Erinnerungsarbeit

Philipp Kühnlein, Johann Braun

Abstract


Nach langjährigen Diskussionen eröffnete Ende 2015 das Kulturzentrum „Z-Bau – Haus für Gegenwartskultur“
in einer ehemaligen SS-Kaserne am Rande des Reichsparteitagsgeländes in Nürnberg. Insbesondere
in einer Stadt wie Nürnberg, welche mit einem großen baulichen Erbe der NS-Zeit konfrontiert ist,
stellt sich die Frage nach dem „richtigen“ Umgang mit eben diesen Gebäuden. Wie geht ein Kulturzentrum,
welches sich als „Haus für Gegenwartskultur“ versteht, mit der Geschichte des eigenen Gebäudes um?
In der Studie wird mittels einer korpusanalytischen Untersuchung, sowie durch mehrere Interviews mit
Nutzer_innen des Areals zentrale Positionen in der Debatte rund um den Stellenwert des historischen
Gebäudes nachgezeichnet. Es zeigt sich, dass der Z-Bau, im Gegensatz zu den übrigen Gebäuden des
Reichsparteitagsgeländes, in der aktuellen Nutzung nicht als Erinnerungsort konzipiert wird und die Historie
des Gebäudes in der heutigen Nutzungsform nur eine untergeordnete Rolle spielt. Vielmehr steht das
Areal, trotz dessen Größe, mittlerweile geographisch, wie medial im Abseits der großen Erinnerungsökonomien
in Nürnberg. Trotzdem finden sich im Z-Bau deutlich sichtbare historische Querverweise, welche
eine erinnerungspolitische Auseinandersetzung nötig machen.


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© 2012 Fränkische Geographische Gesellschaft
Mitteilungen der Fränkischen Geographischen Gesellschaft (ISSN 0071-8173)
Unterstützt vom Institut für Geographie, Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)