„Fürth – das fränkische Jerusalem? Zur Erfindung jüdischer Geschichte“. Eine Intervention des Jüdischen Museums Franken in den städtischen Diskurs

Johann-Georg Gollner, Benjamin Herrmann, Sören Knodt

Abstract


Geschichtsschreibung und das Erinnern und Gedenken an Geschichte ist umstritten und besitzt mehrere
Funktionen für die Gesellschaft. Es ist identitätsstiftend, bildet einen Referenzrahmen im Alltag und wirkt
somit ordnungsgebend. Ausdruck dessen können sogenannte Erinnerungsorte sein, welche jedoch nicht
zwangsläufig konkrete topographische Orte sein müssen, sondern ebenso Ereignisse, Denkmäler und
Gebäude, Institutionen, Bücher und Kunstwerke oder auch Begriffe sein können. Erinnerungsorte werden
symbolisch und mit Bedeutungen aufgeladen, welche aus dem Fundus eines kollektiven Gedächtnisses
stammen. Daran anknüpfend wird im Artikel untersucht, wie die Ausstellung des Jüdischen Museums Franken
„Fürth – das fränkische Jerusalem? Von der Erfindung jüdischer Geschichte“ in Auseinandersetzung
mit bestehenden dominanten Erinnerungen an die Fürther Stadtgeschichte getreten ist und welche Veränderungen
daraufhin im städtischen Diskurs über die Geschichte jüdischen Lebens in Fürth festzustellen
sind. Zudem wird der Begriff „Fränkisches Jerusalem“ als Erinnerungsort diskutiert und die Wandelbarkeit
der Bedeutungen aufgezeigt, mit welchen jener aufgeladen wurde und wird.

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© 2012 Fränkische Geographische Gesellschaft
Mitteilungen der Fränkischen Geographischen Gesellschaft (ISSN 0071-8173)
Unterstützt vom Institut für Geographie, Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)