„Boom-Dörfer“ durch Luxemburger Neubürger? Motive und Auswirkungen der Ansiedlung Luxemburger Residenten im ländlichen Raum an der Obermosel

Anja Reichert-Schick

Abstract


Im Zentrum des Beitrages steht die grenzraumbezogene  Wohnsitzmobilität, die für Deutschland vor allem an den Grenzen nach Polen, Frankreich, Luxemburg, zur Schweiz und in die Niederlande eine Rolle spielt. Dabei hat sich die Grenzregion zwischen Deutschland und Luxemburg in den vergangenen 15 Jahren als besonders dynamisch erwiesen. Luxemburger verlassen ihre Heimat, um sich – häufig nur wenige Kilometer entfernt – im Nachbarland niederzulassen und dort ein vergleichsweise preisgünstiges Eigenheim zu bauen. Dabei stellen ländliche Siedlungen auf der deutschen Seite der Obermosel ein attraktives Zielgebiet dar. Die Zahl der Luxemburger Residenten, die sich dort einen „Wohntraum“ erfüllt haben, hat sich seit 1999 mehr als versechsfacht. Dadurch entwickeln sich die Zuzugsdörfer zu Wachstumskernen in einer insgesamt betrachtet schrumpfenden Region, was neue Chancen eröffnet aber auch Probleme nach sich zieht. Ziel des Beitrages ist es, die Konsequenzen der Luxemburger Wohnmigration für die Dorfentwicklung und insbesondere die Dorfgemeinschaften zu analysieren. Grundlage hierfür ist eine komparativ angelegte empirische Untersuchung, mit der sowohl Alteingesessene als auch Luxemburger Residenten befragt wurden.

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Mitteilungen der Fränkischen Geographischen Gesellschaft (ISSN 0071-8173)
Unterstützt vom Institut für Geographie, Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)