Das UN-SPIDER Programm – Katastrophenhilfe aus dem All

Antje Hecheltjen, Anne Pustina

Abstract


Das UN-SPIDER Programm der Vereinten Nationen unterstützt die Nutzung von Satellitendaten für Naturkatastrophen
und hilft Ländern dadurch, die negativen Folgen von Naturkatastrophen abzuwenden oder
zu verringern.* Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Dürren, Stürme, Erdbeben oder Waldbrände
bedrohen jedes Jahr Millionen Menschen und sorgen für Schäden in Milliardenhöhe. Katastrophen wie der
Super-Typhoon Haiyan in den Philippinen im Jahr 2013, das Japan-Erdbeben 2011 oder der Tsunami, der
2004 Indonesien überrollte, zeigten, wie verwundbar einige Bevölkerungsgruppen und Infrastrukturen bei
extremen Naturkatastrophen sind. Je größer das Ausmaß einer Katastrophe, desto wichtiger ist ein klarer
Überblick über die Schäden oder potentiell bedrohte Menschen bzw. Gebäude, damit Regierungen oder
Ortskräfte die richtigen Maßnahmen einleiten können. Satellitengestützte Erdbeobachtung kann genau
diese Informationen liefern, um die Konsequenzen von Naturkatastrophen vorauszusehen, zu minimieren
oder zu verhindern.
Leider haben viele Entwicklungsländer, die mit den Folgen von Katastrophen besonders schwer zu kämpfen
haben, kaum oder gar keinen Zugang zu Satellitendaten. Auch fehlt es häufig an ausgebildetem Personal,
das die Daten richtig interpretieren und in wichtige Informationen oder Berichte für Entscheidungsträger
umwandeln kann.
Deshalb hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen im Jahr 2006 das UN-SPIDER Programm
ins Leben gerufen - die Plattform der Vereinten Nationen für raumfahrtgestützte Informationen für Katastrophenmanagement
und Notfallmaßnahmen. UN-SPIDERs Mandat ist es, allen Ländern sowie relevanten
internationalen und regionalen Organisationen dabei zu helfen, Zugang zu Weltraumdaten zu erlangen und
die Fähigkeiten zu entwickeln, die Daten effektiv für alle Phasen des Katastrophenmanagements zu nutzen,
von der Vorbeugung über Frühwarnung bis zum Wiederaufbau. Umgesetzt wird das Programm durch
das Weltraumbüro der Vereinten Nationen (UNOOSA). In drei Büros weltweit in Wien, Peking und Bonn, arbeitet
das UN-SPIDER Team daran, Aufklärungsarbeit und Wissensmanagement für UN-Mitgliedsstaaten
zu leisten sowie Fortbildungs- und Vernetzungsmaßnahmen umzusetzen.

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© 2012 Fränkische Geographische Gesellschaft
Mitteilungen der Fränkischen Geographischen Gesellschaft (ISSN 0071-8173)
Unterstützt vom Institut für Geographie, Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)