Erlangen und der Siemens Campus
Stadtentwicklung mit und durch Unternehmen
Abstract
Der Siemens Campus in Erlangen stellt ein außergewöhnliches Beispiel dar für eine unternehmerische Großinvestition im Kontext wissensbasierter Ökonomien: In einer vergleichsweise kleinen Großstadt entsteht auf einem ehemaligen Produktionsareal ein offener, multifunktionaler Stadtteil. Der Beitrag untersucht die Frage, welche städtebaulichen, funktionalen, diskursiven und mobilitätsbezogenen Entwicklungen sich infolge dieser Investition beobachten lassen und wie sie konzeptionell einzuordnen sind. Grundlage ist ein über zehn Jahre angelegtes raumbezogenes Monitoring, das Städtebau, Einzelhandel, Mobilität, Raumwahrnehmung sowie den medialen Diskurs mittels eines Mixed-Methods-Ansatzes analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass sich der Siemens Campus über seine Funktion als Arbeitsort hinaus zu einem neuen urbanen Subzentrum im Süden Erlangens entwickelt. Klassische Annahmen einer ‚Innenstadtverlagerung‘ bestätigen sich nicht. Die Untersuchung verdeutlicht, dass die konzeptionellen Debatten zu Company Towns, Wissensstädten und städtebaulichen Großprojekten zentrale Deutungsrahmen für das zukünftige Funktionieren der Stadt Erlangens darstellen.
