London Green Belt
Eine Debatte zwischen Erhalt und Modifikation
Abstract
Der London Green Belt umschließt London als ca. 5 000 km² großer, von Neubaumaßnahmen weitgehend ausgenommener Grüngürtel und gilt als zentrales Instrument zur Eindämmung des Urban Sprawl. Während der Grüngürtel sich diesbezüglich als effektiv erweist, verschärft dessen restriktiver Charakter allerdings die Wohnungskrise Londons (London Housing Crisis). Geschützte Gebiete sind in der Regel nicht als Standorte für dringend benötigten Wohnraum verfügbar, was einen Konflikt zwischen verschiedenen Interessenslagen über Erhalt oder Modifikation des London Green Belt anstößt: Einerseits wird der Erhalt des Grüngürtels gefordert, da dessen Verlust zu einem unkontrollierten Städtewachstum und der Schädigung der Natur führe. Demgegenüber wäre allerdings eine Modifikation bis hin zu Abschaffung der Green Belt Policy notwendig, um benötigten Wohnraum zu schaffen. Die zwei Fallbeispiele Ascot und Enfield bilden konkrete Bauvorhaben und kleinräumliche Konflikte im London Green Belt ab. Während bei der Ascot Rejuvenation ein höherer Fokus auf Lebensqualität und ökologischen Belangen liegt, steht in Enfield der Bedarf an Wohnraum an vorderster Stelle. Zuletzt zeigt die Suche nach einer tragfähigen Lösung, dass die großflächige Modifikation des London Green Belt, einst undenkbar, sich als Chance für neue Raumordnungspotentiale offenbart.
