Prof. Dr. Ute Wardenga (Leibniz-Institut für Länderkunde, Leipzig)

Geographische Gesellschaften als Raum-Entrepreneure

Montag, 13.05.2019 um 18:30 im Hörsaal C, Kochstraße 4, Eingang Hindenburgstraße

Eintritt:
FGG-Mitglieder: frei
Nichtmitglieder: 3,00 Euro, Studierende: 1,50 Euro
Schulklassen nach Anmeldung - frei.

Zusammenfassung:

Geographische Gesellschaften waren, insbesondere im „langen“ 19. Jahrhundert, wesentliche Akteure für die Herstellung und Vermittlung von raumbezogenem Wissen. Sie fungierten einerseits als Motoren explorativer Reiseforschung, indem sie Forschungsreisen in „unbekannte“ Teile der Welt anregten, Mittel zu deren Ausstattung sammelten sowie die Dokumentation und Verarbeitung der wissenschaftlichen Ergebnisse übernahmen. Andererseits arbeiteten sie aber auch als Agenturen der Vermittlung des neu erzeugten Wissens an die breite Öffentlichkeit und trugen so erheblich zur Formierung von (oft stark eurozentrisch eingefärbten) Weltbildern bei.

Der Vortrag gibt zunächst einen Überblick über generelle Strukturen und Handlungszusammenhänge von Geographischen Gesellschaften im internationalen Vergleich. Dann zeigt er anhand ausgewählter Beispiele, mit welchen Methoden sie „Raum“ zu einer Ressource im Prozess der Globalisierung machten. Schließlich diskutiert er, wie und warum sich Geographische Gesellschaften als erfolgreiche Raum-Entrepreneure und damit als wirkmächtige Institutionen der Herstellung von raumbezogenem Sinn betätigt haben.

Kontakt Prof. Dr. Ute Wardenga und Informationen:

E-Mail: U_Wardenga@ifl-leipzig.de
www.ifl-leipzig.de
https://www.ifl-leipzig.de/de/das-ifl/mitarbeiter/wardenga-ute.html


Abb.: GG_Leipzig.jpg = Historisches Signet des Vereins für Erdkunde zu Leipzig

Themenschwerpunkt Frühjahr/Sommer:
"Neue Beiträge zur Geschichte der Geographie"
Moderation: Dr. Boris Michel

Vortragsprogramm der Fränkischen Geographischen Gesellschaft (in Kooperation mit dem Institut für Geographie der FAU und der Volkshochschule Erlangen).

Die Geographie ist ein Fach mit einer langen Geschichte. Die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Fachs macht dabei auch vielfach die Gegenwart der Disziplin verständlich. Die Vortragsreihe der FGG im Frühjahr/Sommer 2019 lädt ausgewiesene Expert*innen nach Erlangen ein, die aus aktuellen Forschungen über die Geschichte geographischer Gesellschaften, über die Entwicklung von Kartographie und Geographie in der Schule sowie das Verhältnis von Geographie und Kolonialismus berichten.

Flyer Gesamtprogramm zum Download als pdf-Datei.


Abb. Carl Hertel: Jung-Deutschland in der Schule (Schulstube während des Geografieunterrichts), 1874